Sir Peter Ustinov

Ohne die massive Unterstützung von Sir Peter Ustinov wären wir nicht so schnell auf die Beine gekommen. Dass sich die Idee des Equilibrismus in den Köpfen vieler Menschen so erfolgreich durchsetzen konnte, verdanken wir vor allem ihm. Wie es zu der Zusammenarbeit mit diesem außergewöhnlichen Menschen kam, der sich selbst als Brückenbauer zu einer besseren Welt verstand, lesen Sie hier.

Das erste Treffen zwischen Sir Peter Ustinov und Eric Bihl, dem Vorsitzenden des Equilibrismus e.V., fand im Oktober 1998 während der Frankfurter Buchmesse statt. Möglich gemacht hatte das der WFM Deutschland (World Federalist Movement Germany), der deutsche Ableger der Weltföderalisten, dessen Vorsitzender Sir Peter seit 1990 war. Der Equilibrismus hatte schon damals eng mit dem WFM zusammengearbeitet. Sir Peter zeigte sich bei dieser Begegnung unkompliziert, warmherzig und interessiert. Und da diese Eigenschaften auch auf Eric Bihl zutreffen, der ja sein Sohn hätte sein können, stimmte die Chemie zwischen den beiden von Anfang an. Das zweite Mal trafen sie im Mai 1999 in Den Haag zusammen, bei der „The Hague Appeal for Peace Conference”.

Bihl denkt gerne an dieses Treffen zurück und an die Art, wie es zustande kam: „Ich fragte bei zwei Hostessen in der VIP-Lounge nach, ob es wohl möglich wäre, kurz Sir Peter zu sprechen, wir waren ja nicht verabredet. Zu meiner Überraschung führten sie mich ohne langes Zögern zu ihm. Da stand ich also vor ihm, umgeben von Nobelpreisträgern und anderen bedeutenden Persönlichkeiten. Er begrüßte mich wie einen alten Freund. Leider hatten wir in diesem Trubel nur wenig Zeit füreinander, was Sir Peter ebenso bedauerte wie ich. Aber er schlug vor, ihn so bald wie möglich in seinem Haus in der Schweiz zu besuchen“.

Neun Monate später, am 18.2.2000, war es dann soweit: Eric Bihl stattete Ustinov am Genfer See einen Besuch ab.

„Sir Peter saß inmitten von gestapelten Büchern auf der Couch“, erinnert er sich. „Ich hatte ihm als Gastgeschenk `Die 29 Irrtümer rund ums Geld` von Helmut Creutz mitgebracht“. Er nahm das Buch entgegen und begann zu lachen. `Genau das hat mir noch gefehlt`“, sagte er augenzwinkernd mit Blick auf die zahlreichen noch ungelesenen Bücher. “Die Stunden in seinem Haus waren sehr angenehm, wir unterhielten uns über Gott und die Welt. Natürlich auch über das Konzept des Equilibrismus, der ein völlig neues sozio-ökologisches Wirtschaftsmodell propagierte“. Ustinov zeigte sich über alle Maßen interessiert und so kam es fünf Wochen später zu einer dritten Begegnung in München, wo Sir Peter im Prinzregententheater in `Karneval der Tiere` auftrat.

Man traf sich nach der Vorstellung in Ustinovs Garderobe. Dort erhielt Bihl von Sir Peter die Zusicherung, dass er das Nachwort für das Sachbuch „Equilibrismus – Neue Konzepte statt Reformen für eine Welt im Gleichgewicht“ liefern würde, das gerade in Arbeit war.

Nach einem regen Austausch über die nächsten zwei Jahre hinweg fand Bihl in seinem Briefkasten eine erste Fassung des Nachworts vor, zusammen mit einer Zeichnung Sir Peters, die den Titel „Die Wacht am Rhein“ trug. (Geleitwort von Sir Peter Ustinov) Es gab weitere Treffen in München, in denen Ustinov eine ganz spezielle Strategie entwickelte, wie man die Ideen des Equilibrismus einer breiten Öffentlichkeit schmackhaft machen könnte. So schlug er vor, auf der Basis unseres Sachbuches einen Roman zu schreiben und ihn dann zu verfilmen.

Der Equilibrismus will parallel dazu in einer Art Laborversuch zu beweisen, dass eine bessere Welt im Einklang mit der Natur möglich ist. Vom Konzept über die Fiktion in die Realität, so lautete sein Motto.

Sir Peter Ustinov starb im Jahre 2004. Er hat also nicht mehr erlebt, wie wir seine Idee sukzessive in die Tat umgesetzt haben. Der Roman, den er sich gewünscht hatte, heißt „Das Tahiti-Projekt“ (erschienen 2008) und wurde ein Bestseller. Aufgrund dieser Tatsache hat der Autor Dirk C. Fleck das Thema in zwei weiteren Romanen fortgeschrieben. Nach dem „Tahiti-Projekt“ folgte „Maeva“ (erschienen 2012 als Taschenbuch „Das Südsee-Virus“). Mit „Feuer am Fuß“ schloß Fleck 2015 die Maeva-Trilogie ab.

Im Mai 2015 hat Eric Bihl die Ruhestätte von Sir Peter in Bursins am Genfer See besucht und ihm nicht nur einen Blumenstrauß, sondern auch ein Exemplar des „Tahiti-Projekts“ aufs Grab gelegt.

PS: Das Filmmuseum Düsseldorf ist seit 2009 im Besitz unseres Sachbuches, mit einem Geleitwort und einer Zeichnung von Sir Peter Ustinov. Anlass war die Ausstellung „Peter Ustinov – Enfant terrible und Gentleman“ zum Artikel

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