Meinung von Andreas Grün zum Buch „Equilibrismus – Neue Konzepte statt Reformen für eine Welt im Gleichgewicht“

Obwohl es seit Erscheinen des Buches „Equilibrismus – Neue Konzepte statt Reformen für eine Welt im Gleichgewicht“ im Jahr 2005 viele weitere Bücher zu den Themen Umwelt, Reformen, Nachhaltigkeit und Änderungen der Lebensweise gegeben hat, so ist dieses Buch, auch wenn aufgrund des Alters die darin genannten Zahlen und Statistiken veraltet sind, weiterhin hochaktuell.

Schon auf der vorderen Umschlaginnenseite wird das sperrige Wort „Equilibrismus“ erklärt, dass es sich dabei um den Begriff „Gleichgewicht“ handelt.
Und das ist das Besondere an diesem Buch, denn die Autoren Volker Freystedt und Eric Bihl führen den Leser systematisch in die komplexe Materie ein und halten sehr gut den Kontakt zum Leser durch ein behutsames Aufbereiten von Informationen und Fakten.

Der Buchtitel verrät schon, worauf man sich als Leser einlässt, nämlich etwas über neue Konzepte zu erfahren und die ewigen Reformen in den bestehenden Systemen unserer Existenz gänzlich außen vor zu lassen, denn diese hatten weder bis zum Erscheinen dieses Buches, noch bis heute im Jahr 2022 entsprechende Wirkungen für eine Lebensweise im Gleichgewicht. Ganz im Gegenteil, die Probleme unserer Lebensweise und unseres Wirtschaftens werden immer offensichtlicher; die Pandemie und jetzt der Ukraine-Krieg haben die lange bekannten und weitgehend ignorierten Zahlen, Daten, Fakten nur noch drastischer aufgezeigt.

Im Vorwort von Daniel Goeudevert werden die Leser ermutigt, sich auf völlig neue Sichtweisen einzulassen, nämlich auf die von den Autoren vorgenommenen ganzheitlichen Betrachtungen und Vorschläge, wie wir zu neuen, nachhaltigen Ansätzen kommen, um die bisher nutzlosen Reformen und Maßnahmen in wahre und zielführende Veränderungen zu verwandeln, damit die Zerstörung der Erde und damit unserer eigenen Existenz nicht nur sofort beendet wird, sondern zu einem tragbaren Zukunftskonzept gewandelt wird.

Dazu bereiten die Autoren im ersten Viertel des Buches in den Kapiteln I und II viele grundlegende Informationen mit Zahlen, Daten und Fakten auf, die zunächst bewusst machen sollen, was im bisherigen System falsch läuft und warum das so ist.

Mit diesen Grundzusammenhängen ist man bereits gespannt und neugierig auf den Teil III des Buches, in dem in fünf Hauptpunkten Alternativen präsentiert werden, zu den Themen 1) Energie aus Pflanzen, 2) Rohstoffe aus Pflanzen, 3) Natürliche Kreisläufe, 4) Nachhaltige Wirtschaftsordnung und 5) Sozialpolitische und soziokulturelle Reformen.

Damit lösen die Autoren das zu Beginn des Buches gegebene Versprechen ein, in dem sie nicht nur über den Sinn des Buches schreiben, sondern auch mitteilen, dass es im Weiteren vor allem um neue Sichtweisen und damit neue Zusammenhänge gehen wird.

Dieser III. Abschnitt ist eine wohltuendere Lektüre, im Gegensatz zu den teilweise niederschmetternden Informationen der Kapitel I und II, denn er gibt Hoffnung, dass es sinnvolle und vor allem machbare Lösungsmöglichkeiten gibt, das weltweite Desaster, welches wir Menschen angerichtet haben, zu beenden und auf den Pfad eines notwendigen und wirklichen Kreislaufwirtschaftens zurück zu finden.

In diesem Buchabschnitt lohnt es sich sehr, die zum Ende eines jeden einzelnen Themas aufgeführten Internetlinks zur Vertiefung aufzurufen, auch wenn nicht alle Links mehr funktionstüchtig sind. Damit verstärken sich die zuvor von den Autoren aufbereiteten Informationen zu den vorgestellten Alternativen und den Lesern wird nochmals verdeutlicht, wie viele Lösungsmöglichkeiten bereits zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Buches im Jahr 2005 existierten. Gleichzeitig lässt es die Leser stets darüber nachdenken, warum wir nicht weiter sind, als wir es sein könnten.

Was uns Leser wieder zu den Details und den ausführlichen Erläuterungen im Abschnitt III führt, in dem nun eine „Welt im Gleichgewicht“ textlich und zum Teil auch bildlich geschaffen wurde und zugleich beim Leser die berechtigte Frage aufwirft, wie es denn nun weiter geht mit all den guten Gedanken, Informationen und vielfältigem Wissen und existierenden Möglichkeiten?

Im abschließenden Buchkapitel IV mit der Überschrift „Das sozioökologische Wirtschaftssystem des Equilibrismus im Modellversuch“ führen uns die Autoren nun zu einem Vorschlag der Umsetzung in einem Modell-Projekt. Die Autoren behaupten zu keinem Zeitpunkt, dass der Equilibrismus als „die einzige Lösung“ mit diesem Buch propagiert werden soll, sondern dass es sich um konzeptionelle Anregungen für mögliche Lösungen für die Menschheit handelt. Dazu liefert dieses Buch einen beachtenswerten Ansatz, den es in solcher Form und Weitsichtigkeit bisher nicht gegeben hatte.

Mit der Beschreibung eines „Modellversuchs“ wird zugleich gesagt, dass ein Scheitern durchaus möglich ist, dass sich Vorschläge und Lösungsansätze bei der Umsetzung als Sackgassen erweisen könnten. Dennoch muss man erstmal beginnen. Auf dem Weg zu einem Kreislaufwirtschaftssystem werden neue Erkenntnisse aufkommen, die zum Erscheinungszeitpunkt des Buches noch nicht bekannt waren, die jedoch jederzeit in einen Modellversuch nachträglich mit einbezogen werden können.

Damit es jedoch nicht bei der reinen Lektüre bleibt, endet dieses Buch mit einer Einladung der Autoren an alle Leser. Eine Einladung zu einer entschleunigten Lebensweise und zur Übernahme der Gesamtverantwortung für das Überleben der Spezies Mensch, um heute zu beginnen, positive und konstruktive Projekte auf den Weg zu bringen.

Im Geleitwort schreibt Sir Peter Ustinov: „In diesem Sinne mögen die Beiträge dieses Buches eine Anregung sein, darüber nachzudenken, ob es nicht auch Alternativen zum Bestehenden gibt.“

Besser kann man die Gedanken der Autoren Volker Freystedt und Eric Bihl nicht zusammenfassen. Der Signum-Verlag, in dem dieses Buch 2005 erstmals veröffentlicht wurde, schreibt auf der hinteren, inneren Umschlagseite: „Dieses Buch will eine Expertise für Nicht-Fachleute sein, aus der Erkenntnis heraus, dass der mündige Bürger nur mitdenken und mitreden kann, wenn er in die Lage versetzt wird, schwierige Zusammenhänge in seiner Alltagssprache zu erfassen. Denn es möchte nicht nur informieren, sondern auch aktivieren!“

Beachtenswert sind die zahlreichen Illustrationszeichnungen des Malers und Grafikers Andreas Raub.

Leider ist dieses wertvolle Buch, welches mit vielen anderen auch in die Klassenzimmer unserer Schulen sowie die Vorleseräume und Bibliotheken unserer Universitäten gehört, nicht mehr im Handel erhältlich. Jedoch kann dieses Buch als PDF-Ausgabe über den Verein Equilibrismus e.V. für nur 10,00 € bezogen werden. https://equilibrismus.org/produkt/equilibrismus-ebook

Und noch ein Tipp: Wer im Shop des Equilibrismus-Vereins die „Maeva-Trilogie“ bestellt, erhält das Equilibrismus-Buch-PDF gratis dazu.

Das Buch:

„Equilibrismus – Neue Konzepte statt Reformen für eine Welt im Gleichgewicht“

Verlag:

Signum-Verlag, Wien

Die Autoren:

Volker Freystedt

Eric Bihl

Mit Grafiken von:

Andreas Raub