Aldous Huxley: Ein Geistesbruder des Equilibrismus
Es gibt Schriftsteller, die mit ihrem Werk vorgreifen, als hätten sie ein Werkzeug zur Verfügung, das ihnen den Zugang in die Zukunft erschließt – als sei die Geschichte dort bereits bestimmt und sie müssten sie nur noch aufschreiben. H.G. Wells (1866-1946) war einer, er gilt als Vater der Science-Fiction. Ganz sicher gehört George Orwell (1903-1950) dazu, dessen Roman „1984“ sich gerade auf gespenstische Weise realisiert. Und dann wäre da natürlich Aldous Huxley (1894-1963) zu nennen, dessen „Schöne neue Welt“ aus heutiger Sicht kaum zu glauben ist. Das Buch erzählt von den satanischen Methoden einer weltweiten Elite, die die Menschheit durch Medikation in Abhängigkeit hält, um ihnen im Namen der Gesundheit den freien Geist und ihre Kritikfähigkeit auszutreiben, was sie zu einer willfährigen Verfügungsmasse der Mächtigen macht.
Huxley berühmtester Spruch lautet: „Tatsachen hören nicht auf zu existieren, nur weil sie ignoriert werden.“ Es könnte der Leitspruch des Equilibrismus sein. Was die breite Öffentlichkeit nicht weiß, die Huxleys Werk meist auf die „Schöne neue Welt“ reduziert, ist die Tatsache, dass sich der Mann in zahlreichen anderen Schriften warnend gegen eine Entwicklung ausgesprochen hatte, die später genauso eingetreten ist. Sein Buch „Zeit der Oligarchen. Über Wissenschaft, Freiheit und Frieden“, das erst jetzt veröffentlicht wurde, obwohl es bereits vor achtzig Jahren geschrieben wurde, ist eine knallharte Abrechnung mit dem seither dominierenden technisch-industriellen Kapitalismus.
Huxley hatte schon damals erkannt, dass wirtschaftliche Großproduktion, ölfixierte Energiestrukturen und finanzielle Konzentration zu politischer Macht zusammenfinden. Auf diesem Weg sind wir inzwischen weit fortgeschritten. Das Ziel ist erklärtermaßen eine Weltregierung, unter deren Ägide sämtliche kulturellen Eigenheiten geschliffen werden. Möglich gemacht durch ein digitales Netz, das über die Weltbevölkerung ausgeworfen wird und das deren totale Kontrolle ermöglicht. In China schon heute gut zu beobachten.
Die immer noch umstrittene These, dass der Klimawandel auch menschengemacht ist, lässt sich durch eine simple Zahl belegen. Die weltweite Fördermenge an Erdöl ist seit 1950 von 523 Millionen Tonnen auf heute 5.100 Millionen Tonnen gestiegen. Im gleichen Zeitraum ist der weltweite Waldbestand erheblich geschrumpft, sind die Meere als Sauerstofflieferant in weiten Teilen erschöpft. Man könnte, wie es der Equilibrismus seit Jahrzehnten warnend vorrechnet, fast alle Lebensbereiche als Beweis für den enormen Verlust an Lebensqualität nennen.
In der Analyse unserer verfahrenen Situation sind wir uns mit Aldous Huxley weitgehend einig. Das gute an unserer „Beziehung“ zu ihm ist, dass wir zusammen in ein und dieselbe Richtung blicken. Auch Huxley hat Alternativen angedacht, um das ökologische Gleichgewicht zu bewahren. Auch er hat über alternative Energiegewinnung nachgedacht oder über eine endindustrialisierte Landwirtschaft. Der Equilibrismus beschreibt in seiner Roman-Trilogie „Maeva“ von Dirk C. Fleck ausführlich eine radikale ökologische Umkehr, in der wirklich eine schöne neue Welt sinnlich erfahrbar wird.







