Nachruf auf Jean Ziegler
Wir trauern um JEAN ZIEGLER. Er starb am 10. Juni mit 92 Jahren in Genf. Für viele war der Schweizer das „Gewissen der Welt“, für uns war er ein Freund. Jean Ziegler gehörte von Anfang an zu den Unterstützern des Equilibrismus. Zusammen mit Lord Yehudi Menuhin, Peter Ustinov, Thor Heyerdahl, Dennis L. Meadows und anderen prominenten Fürsprechern half er, unsere Ideen einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Unter anderem äußerte er sich über den Equilibrismus-Roman „Das Tahiti-Projekt“. Der Kernsatz seiner Kritik lautete: „Das Tahiti-Projekt ist ein äußerst realistischer, kluger und brillant geschriebener Zukunftsroman. Es ist ein Buch der Hoffnung. Internationale Solidarität und Widerstand sind der Atem des Buches.“ Sein Urteil trug wesentlich dazu bei, dass die Maeva-Trilogieein so großer Erfolg wurde.
Jean Ziegler war von 2000 bis 2008 UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung – zuerst im Auftrag der Menschenrechtskommission, dann des Menschenrechtsrats – sowie Mitglied der UNO-Task Force für humanitäre Hilfe im Irak. 2008 bis 2012 gehörte der Schweizer dem Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen an. Im September 2013 wurde er erneut in dieses Gremium gewählt. Er war ausserdem im Beirat des Vereins Business Crime Control.
Wir hatten von Beginn an ein sehr persönliches Verhältnis zu diesem außergewöhnlichen Mann, der trotz aller Schrecken, die er in vielen seiner Bücher dokumentierte, nie seinen Optimismus verlor. Seine Nachrichten auf unserem Anrufbeantworter mit seinem unvergleichlichen Schweizer Akzent werden mir in Erinnerung bleiben.
Seine bekanntesten Werke sind:
Das Imperium der Schande – Der Kampf gegen Armut und Unterdrückung.
Die Barbaren kommen – Kapitalismus und organisiertes Verbrechen.
Die Schweiz wäscht weißer – Die Finanzdrehscheibe des internationalen Verbrechens
Afrika: Die neue Kolonisation
Die Lebenden und der Tod
Was ist so schlimm am Kapitalismus







